Letaief: «Ich komme nicht zum Teilnehmen, sondern zum Übernehmen»

Seifeddine Letaief will beim Boxing Day den nächsten Schritt seiner jungen Profikarriere machen. Am 26. Dezember trifft der ungeschlagene Winterthurer in Bern auf den brasilianischen Meister Eduardo Costa. Für Letaief ist es der bisher grösste und richtungsweisende Kampf seiner Karriere.

28. September 2026
SPB Website 2250x1500 Seifeddine Letaif - Eduardo Costa

«Safe» will nach oben

Seifeddine Letaief, genannt «Safe», macht aus seinen Ambitionen kein Geheimnis. «Ich komme nicht zum Teilnehmen, sondern zum Übernehmen», sagt der 24-Jährige vor seinem ersten Auftritt beim Boxing Day. «Ich will starke Gegner besiegen, um nach oben zu kommen.»
Die Ansage passt zu einem Boxer, der bislang schnell vorangekommen ist. Letaief wechselte erst im September 2024 ins Profilager und steht zwei Jahre später bei sieben Siegen aus sieben Kämpfen, drei davon vorzeitig. Zuletzt stoppte er im Juni den Franzosen Anthony Deloffre in der fünften Runde. 

Unerfahren ist Letaief trotz seiner kurzen Profikarriere nicht. Als Amateur bestritt er 47 Kämpfe und wurde 2023 Schweizer Meister. Trainiert wird er von Gabriel Viltre-Diaz. Letaief ist technisch gut ausgebildet, boxt variabel und sucht selbst die Offensive. Ein Boxer, der sich weder im Ring noch ausserhalb des Rings verstecken will.


Costa bringt die Erfahrung

Eduardo Costa do Nascimento ist mit 36 Jahren zwölf Jahre älter als Letaief und ungleich erfahrener. 18 Profikämpfe, davon zwölf Siege und 121 Runden, stehen im Kampfrekord des Boxers aus São Paulo. Fünfmal gewann er in seiner Heimat den brasilianischen Meistertitel.
Im Juni 2025 stand er mit dem kubanischen Olympiasieger Erislandy Álvarez über zehn Runden im Ring und verlor den Kampf um den WBA Continental Americas Titel nach Punkten. Zuletzt unterlag er im Tottenham Hotspur Stadium auf Tyson Furys Undercard gegen den ungeschlagenen Amerikaner Breyon Gorham. Costa ist kein filigraner Techniker, dafür hartnäckig, physisch widerstandsfähig und mit Schlagkraft ausgestattet.


Acht Runden als Standortbestimmung

Costa gilt auch deshalb als Referenzpunkt, weil er der Schweizer Boxszene bekannt ist. 2024 trat er im Berner Stadttheater gegen Angelo Peña, einen der besten Schweizer Profiboxer dieses Jahrzehnts, an. Costa verlor nach Punkten, erwies sich aber als zäher und unangenehmer Gegner.

Der Kampf gegen Costa bietet Letaief die Chance, erstmals in die Top 100 der BoxRec-Rangliste zu klettern und zu beweisen, dass die sportlichen Resultate mit den grossen Worten Schritt halten. Letaief möchte sich für einen längerfristigen Vertrag mit Swiss Pro Boxing empfehlen und mittelfristig auch international angreifen.  Der Ein-Kampf-Vertrag ist bewusst als gegenseitiger Test angelegt. «Wir wollen sehen, wie wir sportlich und organisatorisch zusammenpassen», sagt Promoter Leander Strupler.


Boxing Day als grosse Bühne

Letaief und Costa treffen am 26. Dezember im Superfedergewicht bis 58,9 Kilogramm über acht Runden aufeinander. Es ist einer der Hauptkämpfe des Boxing Day 2026 in der Kursaal Arena Bern. Im Titelkampf boxen Félix Meier und Alfred Kqira um die Schweizer Meisterschaft im Superweltergewicht. Details zur Fightcard sowie Tickets sind online unter Swiss Pro Boxing verfügbar.

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